Sicherheitstipps für Senioren

 

Sicherheit für Seniorinnen und Senioren.

Als „goldener Herbst“ wird auch der Lebensabschnitt bezeichnet, in dem man nach jahrzehntelanger harter Arbeit in den wohlverdienten Ruhestand tritt und als Pensionistin oder Pensionist das Leben genießt.

Schnell kann aber die Lebensfreude getrübt werden, wenn SeniorInnen mit Kriminalität in Berührung kommen. Statistiken und Erfahrungen zeigen, dass sich Personen mit krimineller Energie oftmals genau auf die Bevölkerungsgruppe „Senioren“ spezialisiert haben.

Viele ältere Menschen sind auf Grund ihrer Lebenserfahrung besonders vorsichtig und sicherheitsbewusst, deshalb trifft sie ein Betrug, Einbruch oder Raub besonders hart.

Wir möchten Ihnen, liebe SeniorInnen, wertvolle Tipps geben, damit Sie nicht Opfer von kriminellen Angriffen werden. Wenn Sie die Tricks der Täter kennen, haben diese bei Ihnen ein schweres Spiel.

Natürlich sind SeniorenInnen auch von Einbruchsdiebstählen betroffen. Die Ratschläge bezüglich Alarmanlagen werden in den Sicherheitstipps gegen Einbruchsdiebstähle erläutert. Wenn Sie eine Alarmanlage besitzen oder sich eine anschaffen wollen, so fragen Sie bitte auch nach einer Notruf-/Panik-/Überfalltaste. Diese Taste besitzt eine besondere Eigenschaft: Sie funktioniert bei Alarmanlagen auch dann, wenn diese nicht eingeschaltet sind. Einfach durch einen Druck auf die Taste kann rasch Hilfe herbeigerufen werden und so auch bei einem Unfall zu Hause angewendet werden.


Nun aber zu den speziellen Tipps für SeniorInnen:

  • Seien Sie vorsichtig, wenn Fremde an Ihre Türeklopfen oder läuten.
    • Oftmals bitten Betrüger oder Diebe um Hilfe oder um eine Gefälligkeit. Sie geben sich als notleidend aus oder täuschen vor, von einem Amt oder von einem Energieunternehmen entsandt zu sein und reden manchmal einfach unaufhaltsam auf das Opfer ein. Dies alles mit dem Ziel, durch die vom Opfer geöffnete Tür in die Wohnung oder in das Haus zu gelangen.
    • Tipp:
      • Lassen Sie es nicht so weit kommen. Sperren Sie auch am Tag das Haustor und/oder die Haustür zu. Vergewissern Sie sich genau, wer zu Ihnen will. Wenn Sie an der Tür einen Türspion haben, dann verwenden Sie diesen unbedingt. Oftmals hilft auch eine Sperrkette oder ein Sperrriegel an der Tür, womit die Tür lediglich einen kleinen Spalt öffnet.
      • Lassen Sie sich Ausweise von Amtspersonen, Mitarbeitern eines Energieversorgers oder sonstigen Personen geben und prüfen Sie diese sorgfältig (Druck, Stempel, Foto…, eventuell einen Rückruf beim Amt tätigen). Handwerker sollten Sie nur hinein lassen, wenn Sie diese selbst gerufen haben.
      • Wehren Sie sich gegen zudringliche Besucher auch lautstark. Schreien Sie solche Personen an oder rufen Sie laut um Hilfe.
      • Unterschreiben Sie an der Haustür keine Verträge oder Erklärungen – auch keine Bestätigung, dass jemand nur bei Ihnen vorgesprochen hat.
  • Vorsicht am Telefon!
    • Oftmals beginnen Telefongespräche mit den Worten: „Rate mal wer da spricht!“. Vermeint man einen Verwandten zu erkennen, so bejahen dies die Täter auch und beginnen sofort auf eine Notlage (Unfall oder dergleichen) hinzuweisen und fordern dringend eine finanzielle Unterstützung. Wird das Opfer überredet, so vereinbaren die Täter ein Codewort und teilen dem Opfer mit, dass ein Bote mit dem Codewort um das „geborgte Geld“ kommen wird. Dieses Geld ist dann so gut wie verloren.
    • Tipp:
      • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen.
      • Halten Sie bei finanziellen Forderungen Rücksprache mit den echten Verwandten.
      • Übergeben Sie niemals Geld an fremde Personen.
  • Vorsicht betreffend Taschendiebstählen!
    • Häufig suchen Taschendiebe weibliche oder ältere Personen aus. Sie gehen dort auf die Jagd nach Diebsgut, wo viele Personen anwesend sind, wie auf belebten Straßen, in Supermärkten, auf Veranstaltungen und ähnlichem. Taschendiebe arbeiten oft in Gruppen, wobei Personen das Ablenken durch persönliche Ansprache, Anrempeln mit vorgetäuschter Entschuldigung, Fragen usw. übernehmen, während der Komplize blitzschnell die Geldbörse aus der Handtasche oder Kleidung der Opfer zieht. Sofort werden die Geldbörsen an andere Mittäter übergeben, die das Opfer niemals zu Gesicht bekommen hat.
    • Tipp:
      • Nehmen Sie nach Möglichkeit nur wenig Bargeld mit.
      • Codes von Bankomat- oder Kreditkarten niemals in der Geldbörse aufbewahren.
      • Tragen Sie Ihre Handtasche verschlossen unter dem Arm geklemmt an der Körpervorderseite und nicht offen seitlich unter der Schulter.
      • Lassen Sie Ihre Handtasche mit der Geldbörse nicht im Einkaufswagen, während Sie sich Waren aus dem Regal aussuchen.
      • Sperren Sie nach einem Diebstahl sofort Ihre Kredit- und Bankomatkarte.
      • Lassen Sie Ausweise mit Ihrer genauen Adresse nicht gemeinsam mit Ihrem Haus - oder Wohnungsschlüssel in der Tasche. So geben Sie den Tätern die Möglichkeit, die Wohnung zu besuchen noch bevor Sie selbst wieder nach Hause kommen.
      • Haben Sie es mit einem Räuber zu tun, der gewaltsam Ihre Handtasche stiehlt, so gilt es Ihr Leben zu schützen und nicht das Geld in Ihrer Handtasche. Werte können ersetzt werden, Ihr Leben oder Ihre Gesundheit nicht.
  • Vorsicht bei Werbe- und Kaffeefahrten!
    • Sie haben gewonnen oder werden gratis zu einem Ausflug eingeladen - meistens entpuppen sich solche Einladungen zu Verkaufsfahrten von windigen Geschäftemachern und es werden Ihnen Sachen zum Kauf angeboten, welche überteuert oder unbrauchbar sind.
    • Tipp:
      • Fühlen Sie sich niemals zu einem Kauf verpflichtet, egal was man Ihnen geschenkt oder versprochen hat.
      • Unterschreiben Sie nichts, was Sie nicht genau verstanden haben.
      • Sie sollten von allem, was Sie unterschreiben auch eine Durchschrift erhalten. Achten Sie bei dieser Gelegenheit darauf, ob auch das Datum auf einem Vertrag richtig festgehalten wird. Häufig wird dieses nachträglich verändert, um so mögliche Rückgabefristen zu verkürzen.
  • Gewalt bei der Pflege.
    • Etwas betagte Menschen oder ältere SeniorInnen sind möglicherweise auf fremde Hilfe bei der Bewältigung von alltäglichen Dingen, aber auch bei der Körperpflege angewiesen. Neben zahlreichen ausgezeichnet ausgebildeten und besonders hilfsbereiten Krankenpflegern kommt es leider gelegentlich auch zu Gewaltanwendungen seitens des Pflegepersonals.
    • Tipp:
      • Als Angehöriger oder Bekannter eines Pflegefalls achten Sie bitte auf Missstände, augenscheinliche Verletzungen oder Verwahrlosung.
      • Wenn Sie selbst Opfer sind, wenden Sie sich an einen Angehörigen, an die Polizei oder an die Sozialabteilung der zuständigen Bezirkshauptmannschaft.
  • Hilfe von den Nachbarn - auf gute Nachbarschaft.
    • Früher war es selbstverständlich, dass jeder seinen Nachbarn gekannt und man sich gegenseitig geholfen hat. Mit gegenseitiger Aufmerksamkeit und Hilfe, so wie es der Verein Nachbarschaftshilfe in seinen Statuten verankert hat und auch immer wieder bei Veranstaltungen verbreitet, kann man die Sicherheit deutlich erhöhen.
    • Tipp:
      • Eine kleine Plauderei mit dem Nachbarn, wobei man sich gegenseitig die kleinen interessanten Dinge des täglichen Lebens erzählt, informiert einerseits den Nachbarn und fördert auch die gegenseitige freundschaftliche Beziehung.
      • Hilft man sich gegenseitig bei Kleinigkeiten, achtet mal auf die Post des Nachbarn bei dessen Abwesenheit oder kehrt im Winter wenn der Nachbar auf Urlaub ist dessen Gehsteig, kann man dann ebenfalls auf Unterstützung durch den Nachbarn zählen, wenn diese benötigt wird.

Wir hoffen, Sie mit diesen Tipps ein wenig sensibilisiert zu haben. Wenn Sie weitere hilfreiche Ratschläge für SeniorInnen benötigen, so können Sie sich gerne an den Verein Nachbarschaftshilfe – welcher auch Sicherheitsveranstaltungen für Senioren abhält - oder an die Kriminalpolizeiliche Prävention wenden. Scheuen Sie sich nicht davor, bei Beobachtungen und Bedrängnissen den Polizeinotruf zu wählen. Wenn Sie Opfer einer Straftat wurden, steht Ihnen der „Weiße Ring“ mit seinem Opfernotruf unter 0800 112 112 rund um die Uhr zur Verfügung.

Die heutige Generation der SeniorInnen hat unheimlich viel für das Wohlbefinden unserer Gesellschaft beigetragen. Sie verdient es daher, ihren „goldenen Herbst“ in Ruhe und Entspannung zu genießen.





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