Sicherheit bei Veranstaltungen

 

Viele burgenländische Vereine treten immer wieder als Veranstalter auf. Es werden Zeltfeste, Musikveranstaltungen, Konzerte und Vorführungen abgehalten. Dabei ist die Sicherheit der Veranstaltung jedem einzelnen Veranstalter sehr wichtig.

Die Sicherheit von Veranstaltungen wird im Burgenland unter anderem im burgenländischen Veranstaltungsgesetz geregelt. Dabei wird grundsätzlich zwischen öffentlichen (beispielsweise Konzerten, Clubbings, Theater) und nicht öffentlichen (wie Geburtstagsfeiern, Hochzeiten) Veranstaltungen unterschieden. Nur öffentliche Veranstaltungen unterliegen dem Veranstaltungsgesetz.

Bei den öffentlichen Veranstaltungen wird zwischen anmeldepflichtigen Veranstaltungen (diese sind bei der Behörde (Gemeinde) anzuzeigen) und bewilligungspflichtigen Veranstaltungen unterschieden. Zu den bewilligungspflichtigen Veranstaltungen zählen beispielsweise Variete- und Revueveranstaltungen, Musikfestivals, Zirkusveranstaltungen und sonstige Veranstaltungen, deren Durchführung sich über den Bereich einer Gemeinde hinaus erstreckt, sowie Tierschauen mit Raubtieren.

Die Bewilligung für Veranstaltung darf nur erteilt werden

  • An natürlichen oder juristischen Personen, Personengesellschaften des Handelsrechtes sowie eingetragene Erwerbsgesellschaften;
  • Wenn der Veranstalter über eine Veranstaltungsstätte für die betreffende Veranstaltung verfügt;
  • Die Veranstaltung nicht unter ein Verbot fällt;
  • Gegen die Veranstaltung keine Bedenken aus bau-, feuer-, gesundheits-, sittlichkeits- oder sicherheitspolizeilichen Gründen bestehen;
  • Wenn im Hinblick auf die Art der Veranstaltung, die Besucheranzahl oder beim Erfordernis besonderer Vorkehrungen für die Gefährdung der Sicherheit von Menschen oder Sachen die von der Behörde vorgeschriebenen geeigneten Auflagen erfüllt werden und der Nachweis des Abschlusses einer ausreichenden Haftpflichtversicherung zur Deckung der nach der Art der Veranstaltung in Betracht kommenden Schäden erbracht wird.
  • Das Ansuchen um Erteilung einer Bewilligung für Veranstaltungen hat zu enthalten:
    • Die Bezeichnung der Veranstaltung
    • Name, Wohnsitz, Geburtsdatum und Staatsbürgerschaft des Veranstalters, wenn es sich um eine natürliche Person handelt
    • Bezeichnung und Sitz des Veranstalters, wenn es sich um eine juristische Person, Personengesellschaft des Handelsrechtes oder eingetragene Erwerbsgesellschaft handelt, sowie die Daten des verantwortlichen Beauftragten
    • Ort der Veranstaltung und genaue Bezeichnung der Veranstaltungsstätte sowie Name und Wohnsitz ihres Besitzers,
    • Nachweis einer Veranstaltungsstätte (z.B. Bewilligungs- und Genehmigungsbescheide)
    • Die voraussichtliche Zahl der Besucher
    • Datum und Dauer der Veranstaltung, allenfalls die Anzahl der Veranstaltungen und den Zeitraum, für den die Bewilligung angestrebt wird.

Die zuständigen Behörden sind:

  • Amt der Burgenländischen Landesregierung, Abt. 5-Anlagenrecht, Umweltschutz und Verkehr für die Erteilung der Bewilligung von Veranstaltungen im Umherziehen.
  • Bezirksverwaltungsbehörde für alle sonstigen bewilligungspflichtigen Veranstaltungen, für die Genehmigungen von Veranstaltungsstätten erforderlich sind.

Darüber hinaus ist vor Erteilung der Bewilligung die Gemeinde des Veranstaltungsortes (mit Ausnahme bei Veranstaltungen im Umherziehen) zu hören. Weiters ist im örtlichen Wirkungsbereich einer Bundespolizeidirektion auch diese vor Erteilung einer Bewilligung zu hören.

Im burgenländischen Veranstaltungsgesetz finden sich zur Zeit keine detaillierten Bestimmungen über Sicherheitsvorschriften bei Veranstaltungen. Dennoch empfiehlt es sich (insbesondere in Hinblick auf strafrechtliche und zivilrechtliche Verantwortlichkeiten) folgende Maßnahmen zu setzen:

  • Achten Sie darauf, dass Sie eine Veranstaltung ordnungsgemäß anmelden.
  • Planen Sie den gesamten Ablauf der Veranstaltung von der Vorbereitung über Anreise der Gäste, Veranstaltungszeitraum, Abreise der Gäste bis hin zum Abbau.
  • Bei der Anreise bedenken Sie auch die Zufahrt- und Parkplatzsituation entsprechend der zu erwartenden Besuchermenge. Dabei überdenken Sie auch allenfalls notwendige Verkehrsregelungen und Absperrungen. Eventuell ist in den Abend- und Nachtstunden auch eine Beleuchtung anzudenken.
  • Bedenken Sie auch, dass Einsatzfahrzeuge zu jeder Zeit ungehindert zur Veranstaltung zufahren können müssen. Als Breite für die Zufahrt der Einsatzfahrzeuge sollten mindestens 3 Meter vorgesehen werden.
  • Überprüfen Sie, ob alle zuständigen Stellen wie Polizei, Rettungsdienst und allenfalls Feuerwehr über die Veranstaltung informiert sind.
  • Kontrollieren Sie, ob Verantwortliche und auch allenfalls notwendige Stellvertreter für die Veranstaltung namhaft gemacht worden sind. Stellen Sie sicher, dass diese während der gesamten Dauer der Veranstaltung anwesend und über Funk und/oder Handy ständig erreichbar sind.
  • Legen Sie Personen fest, welche sich um die Sicherheit der Veranstaltung kümmern. Gegebenenfalls ist ein befugtes Sicherheitsunternehmen zu beauftragen, Sicherheitskräfte (Securities) zu entsenden. Klären Sie auch ab ob Situierungspläne erstellt worden sind mit dem Inhalt, wo sich welche Sicherheitsmitarbeiter mit entsprechenden Aufträgen befinden.
  • Bereiten Sie sämtliche Notfallnummern vor und halten Sie diese schriftlich fest.
  • Klären Sie, ob die Anwesenheit eines Sanitätsdienstes notwendig ist. Wenn dies nicht erforderlich ist, so sind Notfallequipment wie entsprechende Verbandskoffer und Sanitätsausrüstungsgegenstände bereitszuhalten.
  • Wurde ein Notfallkonzept erstellt? Das bedeutet: Wurden Notfallsituationen durchgespielt und entsprechende Maßnahmen festgelegt?
  • Ermitteln Sie allenfalls vorhandene Schwachstellen und Gefahrenherde und treffen Sie darauf bezugnehmend Sicherheitsmaßnahmen.
  • Bei größeren Veranstaltungen muss ein umfassendes Sicherheitskonzept erstellt werden. Professionelle Sicherheitsberater übernehmen diese Tätigkeit fachgerecht für Sie.
  • Prüfen Sie ob Notausgänge in ausreichender Anzahl entsprechend gekennzeichnet, beleuchtet, unversperrt und in ihrer gesamten Breite frei zugänglich sind.
  • Bei Veranstaltungen in dunklen Räumen beziehungsweise in den Nachtstunden muss eine ausreichende Beleuchtung vorhanden sein beziehungsweise im Falle deren Ausfalles eine entsprechende Notbeleuchtung/Sicherheitbeleuchtung gewährleistet sein.
  • Halten Sie entsprechende Mittel der Ersten Löschhilfe (Handfeuerlöscher, Löschdecke, Löschwasser) bereit.
  • Bereiten Sie entsprechend der Größe der Veranstaltung ein oder mehrere Handmegaphone vor und überlegen Sie sich entsprechende Notfalltexte.
  • Brandlasten müssen ermittelt und Maßnahmen gegen diese Brandlasten getroffen werden.
  • Schließen Sie eine entsprechende Veranstalterhaftpflichtversicherung ab.
  • Achten Sie auf die Bestimmungen des Jugendschutzes.
  • Wenn erforderlich, nehmen Sie Zugangskontrollen und Ausweiskontrollen von Jugendlichen vor.
  • Die Jugendschutzbestimmungen müssen ausgehängt werden.
  • Beachten Sie die Verlautbarung von Verboten über alkoholische Getränke beziehungsweise über spezielle alkoholische Getränke und legen Sie entsprechende Maßnahmen fest (Alterskennzeichnung der Jugendlichen, z.B. durch verschieden färbige Zugangsbänder oder Zugangsstempel).

Die angeführten Punkte sind keinesfalls vollständig, zumal verschiedenste Gefahren bei den unterschiedlichen Veranstaltungen vorliegen können. Jedenfalls gilt es sich als Veranstalter bereits im Vorfeld umfangreiche Gedanken zu machen, wie die Veranstaltung sicher ablaufen kann. Nur darauf zu hoffen, dass bei einer Veranstaltung nichts passiert reicht jedenfalls nicht aus und lässt die Gefahr eines fahrlässigen Handelns durchwegs erkennen.





Aktuelle Seite: Home Freiwillige Sichere Veranstaltung